Wir sind, entgegen eines weitverbreiteten Irrtums zwar nicht, was wir denken. Doch wir sollten endlich lernen zu denken, wer, und wie wir sind. Jede Diskrepanz dazwischen wird nämlich immer schneller global zu Humankatastrophe, bis hin zur globalen "Psychosomatik" verstärkt. Es geht wie fast überall nicht so sehr, um was ist, den an dem was wirklich zählt, könne wir eh nichts verändern, sondern unsere mentale Beziehung dazu. Dafür aber ist jeder ganz allein in sich verantwortlich und die Art und Weise, wie wir das tun, formt unser Mentalbetriebssystem. Die folgende, in der Schweiz von 2001 und darüber hinaus aktuelle, Gegenüberstellung soll den Istzustand als Folge der vorherrschenden Denkkatastrophe verdeutlichen. | ||||
| X | Er macht Vollbremsung, sie gibt Vollgas und der Chef teilt, um zu herrschen! | Wo lassen Sie denken, wenn Denken unter Ihren Mitarbeitern nicht mehr "in" ist? | ||
| F | Je mehr sein Einfluss schwindet, desto stärker klammert er sich daran fest. Das weckt ihr Unmut. Hätten sie keine Konflikte, müsste man sie Chef entlassen, weil er sie nicht mehr managen könnte.... Seine Aufgabe ist es sie für seine Zwecke zu nutzen und nach Aussen herunter zu spielen. Nur damit kann er weiter teilen, um zu herrschen. Das gelingt, weil das "Unternehmen" seinerseits andere Probleme hat als auf menschliche Probleme einzugehen.... Doch die Differenzen zwischen den beiden schwellen weiter und wirken sich plötzlich negativ für das Unternehmen aus... In den letzten Wochen sind sie zu einer Führungskrise eskaliert, die nicht einmal mehr Meister diplomatischer Abschwächungen zu leugnen vermögen: "Bis vor kurzem hielt ich das Problem für einen normalen Konflikt zweier starker Persönlichkeiten", sagt man etwa: "Seither unternehme ich alles, um ihn auf diesem Niveau zu halten", muss man sagen um seinen Kopf zu retten.
| Daten zu Information und Information zu Manipulations wissen, Know-how zu verarbeiten braucht jemand der nach-, vor- und mit- denkt. Voraussetzung, dass dies zu erstrebenswerten Entscheidungen führt, ist Zeit und Orientierungswissen, um zu überlegen. Damit wird folgerichtiges Denken zur wichtigsten Ressource in der Wirtschaft diese Jahrhunderts werden. Dafür braucht es mehr als Diskutieren und Surfen, nämlich Menschen, die realitätsbezogen im Hinblick auf relevante Wirklichkeiten denken und die damit möglichen Schlussfolgerungen lebenserfüllend operationalisieren: Wie aber soll das bewerkstelligt werden, wenn Schulen, Berufslehren, weiterführende Bildung sowie Fachhochschulen und Universitäten dieses Disziplin in ihrem Angebot noch nicht führen und wenn man sie in Unternehmen zeitgeistgemäss auf den Trend, Benchmarks und Trendsprecher aussourct? Ohne diese Basis-Fähigkeit des Menschen, nicht bloss seines Gehirns kann man nicht nachhaltig erstrebenswert, eben lebenserfüllend planen, evaluieren und entsprechend integer entscheiden. | ||
D | Was inzwischen auf den zuerst innerlich getrennten Wegen passiert kommentiert der in seinem Chef Interessenkonflikt meist zu spät! Auch die Beteiligten halten sich aus Angst vor Mobbing bedeckt und es gibt immer jemand der nach einer Position strebt, und dafür beschwichtigt bis seine Zeit gekommen ist. Man spricht z.B. davon, dass es im Zuge der Umorganisation eben "zu Reibungen gekommen sei, und der Übergang von der Planung zur Realisierung zu Zähneknirschen und einem gewissen Machtspiel führe... Doch inzwischen habe die neue Struktur voll gegriffen, kurz: Alle geben sich noch zufrieden - denken also aus Angst, vor den eingebildeten Konsequenzen, zuwenig! Über das Denken über den Sinn von Um- und Organisation spricht man nicht; man verweist auf den Zeitgeist! | Im Jahre 2001 ist es in den Führungsetagen selbst einst renommierter Schweizerunternehmen so, dass immer mehr Manager der Ansicht sind, ab einem gewissen Status sollte Denken nicht mehr selbst stattfinden, sondern sollte, wie andere lästige Aufgaben, bzw. die nicht zur Kernkompetenz gehören, delegiert werden. Früher fragte man im Stil von Madame Demeuron: "Wo lassen Sie arbeiten?" Heute ist es "in" darauf zu verweisen in welch renommiertem Beratungsunternehmen man das Denken auf Benchmark - "of the Best" natürlich, verlagern lässt. "Zum einen lassen das die eklatanten Fehlentscheide vermuten, zum anderen tauchen als Sündenböcke erstaunlich viele Berater auf", schrieb Dr. Monique R. Siegel im ALPHA vom 24.6.01, damit als Trendsprecherin eine neue Benchmark zum Denken zu setzen versuchend! Quintessenz: Man sollte wieder vermehrt denken und denken lassen - doch wie - natürlich mit den von ihr vertretenen Thinking Hats... | ||
S | "Sinngemäss" wird es deshalb von den Medien als richtig bezeichnet, dass der Übergang von der Planung zur Realisierung eine Machtverschiebung mit sich bringt, und dass dabei alte Konflikte und persönliche Spannungen selbst und gerade auf der Führung verstärkt zur Entladung kommen. So gehen am Schluss einst Unzertrennliche immer möglich getrennte Wege. Darunter leidet nicht nur der kulturelle Gehalt der betroffenen Unternehmen! Dem sich in Gesprächen mit mauern designierte Verlierer, entziehen die Trendreiter die Kontrolle über die Ressourcen, zuerst ihre eigenen als Mitarbeiter. Wer vermag auf dieses Mobbing mit der damit einhergehenden Entmachtung noch flexibel zu reagieren? Wer versucht nicht mit Rückzug und systemischen Verzögerungsmanövern die unaufhaltsame Niederlage herauszuzögern? | Wo lean "in" ist, gibt das Denken der Beteiligten Beratern und den Medien zu denken. Wenn Führungskräfte mit einem vollen Terminkalender, statusgemäss von einem Termin zu nächsten relaxen manifestiert sich nach gängiger Meinung nach, dass sie als Entscheidungsmacher unentbehrlich sind. So sorgen sie in Wirklichkeit dafür, dass ohne sie der Laden nicht läuft, dass sie, die Armen, einfach von Termin zu Termin hetzen müssen und dafür anständig entschädigt werden müssen. Wie aber können sie entscheiden, ohne sich die nötige Zeit zum Denken zu nehmen? Wann gewähren sie sich und anderen Denkraum, um gestern Erlebtes zu reflektieren, in ihren heutigen Erfahrungsschatz einzuordnen und diese Aha-Erlebnisse in die Entscheide von morgen miteinzubeziehen? Mit solchen Fragen vergnügen sich Intellektuelle zur allgemeinen Entspannung... | ||
W | Dabei wird "man" aber "sehr finster, trotzig, verschlossen und gereizt und klammert sich an seine verbliebene Macht als Perfektionist mit Neigung zur Pedanterie auf die beschworene "Qualität", um seine guten Ruf, mit dem man zur Macht kam, mit der entsprechenden Definitionsmacht zu wahren... Dann delegiert und teilt "man" nicht mehr gerne und so bekommen die Mitarbeiter noch mehr Probleme mit einem. Komplizierend kommt dann hinzu, dass damit weiterer Akteure ihre Chance wittern, Einfluss zu gewinnen und z.B. versuchen, sich zuerst einmal mit Spasskultur mehrheitsfähiger zu machen... Während "man" um seinen schwindenden Einfluss kämpft, realisieren die Nebenhuhler, dass, im Gegensatz zum erfüllten Leben, das Einfachere immer mehr das Komplexere verdrängt. Damit weiss "frau" als Macherin die Masse auf ihrer Seite. Und so kann "frau" es sich erlauben mit wachsender Gereiztheit auf die defensive Haltung ihres einstigen Partners zu reagieren, die bis hin zu gezielten Boshaftigkeiten, die bis hin mit offenem Hass ausgetragen werden. Inzwischen weiss auch "frau" was Macht und damit erreichte persönliche Prestigeobjekt ihr bedeuten; mehr als er, ihr, bzw. von Anfang an sie, ihm! | Reflexion an Hand von Tatsachen gehört zur Kategorie Nachdenken, eine unerlässliche Voraussetzung für Entscheide, welche die Zukunft betreffen. Vordenken ist ebenfalls etwas, was man auf den Führungsetagen erwarten darf. Schliesslich verlangen sie ja auch Mitdenken von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ziel dieser Forderung soll sein, was alle Unternehmen und Organisationen heute dringender denn je brauchen: Innovation, das ersehnte Resultat scheinbare blosser kreativer Denkprozesse - womit je meistens Diskussionen, allenfalls Brainstorming, immer aber im Kollektiv gemeint sind! Nach ihrer Performance dabei werden die Mitarbeiter qualifiziert und befördert. Wie aber können Menschen lebenserfüllend kreativ oder innovativ denken und handeln, wenn die gängige Währung in den meisten Kollektive eine ganz andere, die personen-neutrale, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bezogene ist? Da ist es zu billig einfach auf das Gehirn als «schlafender Riese» zu verweisen! Tatsache ist, die Gehirn der Menschen schlaffen in den Mentalbetriebsystemen die ihnen anerzogen worden sind! C.G. Jung sprach da noch von kollektiven Archetypen als von etwas, dem man wie die Deutschen unter Hitler einfach ausgeliefert ist. Der aktuelle kollektive Archetyp lautet: Jedes Business beginnt mit einer Idee. Sie muss nicht originell sein, ist oft sogar die Kopie einer bestehenden Idee, die so lange bearbeitet wird, bis sie für Kunden interessant ist. | ||
A | Diese beiderseitige Fixierung auf Äusserlichkeiten geht aber jetzt auf Kosten nicht nur der intellektuellen Substanz! Man erlebt "frau" damit als arrogant und selbstbezogen, im Innersten aber unsicher. Nur so sei ihr Hang zu erklären, andere Meinungen gleich dutzendweise, aber folgenlos einzuholen. So klammern sich beide an das fest, was den gemeinsamen Untergang beschleunigt: Was als Konflikt von Funktion, Macht und Interessen schwierig genug zu handhaben wäre, hat sich durch scheinbar persönliche Unvereinbarkeiten zur Krise verschärft. Einer Krise mit Folgen: Sie begünstigt z.B. das Spektakel auf Kosten der Kultur. Wo "man", z.B. mit den Emotionen bremst, gibt "frau" Vollgas", wo er den Konflikten mit überlegten Mauern aus dem Weg geht, überspielt sie das Problem mit aufschäumendemotionalen Auftritten. Das Problem für beide ist, dass sie auf gemeinsame Projekt angewiesen bleiben, was sie trennt, sind Überzeugung, Engagement und persönliches Prestigedenken. Zwar liessen sich ihre Differenzen auch als Systemkonflikt verstehen, der die Gesellschaft in der sie leben selber kennzeichnet; der mit der vorhandenen Mentalität unlösbare Konflikt zwischen dem Machbaren und dem Wünschbaren! | Wenn das Business jedoch einmal floriert, scheint man vergessen zu haben, wer mit welchen Gedanken dazu die Grundlagen geliefert hat. Genauso sind wir mit der bestehenden Mentalität gehalten, die Schöpfung als Werk des Schöpfers, dessen Geschöpfe wir sind zu verdrängen, um in unserer Welt die Dinge zu kontrollieren, die Geschöpfe als Nutztiere, bzw. Mitarbeiter zu kommandieren, und die Restrisiken zu zu kommunizieren, dass wir sie damit auf andere verlagern können, damit sich das Kapital vermehrt. Deshalb begegnet man neuen Ideen für Produkte, Dienstleistungen und Strategien mit Misstrauen: Sobald es etwas zu verlieren gibt, ist Risikofreudigkeit, die ja mit Neuerungen verbunden ist, kaum noch ein Thema; lieber geht man auf Nummer Sicher. Das heisst meistens: fixiert sich auf ein Problem, das man dann mit der Symptomverlagerung effizienter als die Konkurrenz, und um nicht zuviel denken zu müssen, standardmässig vermarktet. Als Alibiübung besucht man Trendworkshops und besorgt sich dies neusten Tools von demographischem Datamining über Mindmapping zu CRM think-analytics bis hin zu Think-Tools nur um ja nicht sein eigenes Think-System hinterfragen zu müssen, oder gar die Verantwortung dafür zu übernehmen. | ||
I | Damit aber sind die Betroffenen angesichts des Versagens der Systeme der Mächtigen dieser Welt auf ihre eigen Ahnungen zurückgeworfen. Damit werden sie sich mit zunehmender Kompetenz dem System verweigernd, ihr eigens suchen. Und schon haben wir wieder ein neuer Markt - ausser man finde den Weg zur Lebenserfüllung! Womit dann aber das Denken des letzen Jahrhunderst genauso hinfällig wird, wie die Alchemie des Mittelalters! Noch aber spricht man von einem Konflikt zwischen zwei Worthülsen, dem zwischen der "Politik" und der "Utopie". Den Konflikt so zu analysieren, ist ein Schritt zu mehr vom Gleichen auf beiden Seiten mit intellektueller Aufrüstung, Raketenabwehr und so! Was die Lösung behindert, ist mehr als das Machtbedürfnis seiner Protagonisten; es sind die in den Köpfen überholten Mentalbetriebssysteme! Damit gehen nicht nur ihre Blicke in verschiedene Richtungen. Er und sie liegen im selbstzerstörerischen Streit miteinander und mit sich selbst und der "Markt" und mit ihm seine sie kannibalisierenden Repräsentanten profitieren als lachende Dritte; soweit das Auge reicht, global und scheinbar auf ewig! Und unter diesem Stern steht gemäss Tages-Anzeiger 2001-06-22; Seite 9 die EXPO 02 der Schweiz. Wer weiss vielleicht lockt ein geschickt vermarkteter Thaiboxkampf "Wenger gegen Heller" die Weisen mit ihren Geldbeuteln von ihren Alpen herunter in die Medienschlacht an den Seen. Vielleicht gibt es mit Warmherzig-, Barmherzig- und Nachlässigkeit noch ein paar Kompromisse welche andernorts dies Art der Gehässigkeiten noch etwas hinaus zu zögern vermag: Den Betroffenen sei diese Schonzeit noch gegönnt. Anderseits könnte es besser sein, zu den Ersten zu gehören, die den Durchbruch in dieses Jahrhundert wirklich schaffen! | Wirkliche Lösungen erfordern genau diese Fähigkeit des "Updatens" des eigenen "Think-Systems" am nachhaltig relevante Wirklichkeitsbezug, so wie uns das die Naturwissenschaften äusserst erfolgreich vorgemacht haben. Statt auf die Essenz davon einzugehen, kritisieren Intellektuelle, genau wie im Miteinander, was sie nicht verstehen (wollen) - weil sie Macht darüber HABEN wollen... Damit aber kommt man nie zu den neue Sicht- und Denkweisen für die Lösungen unserer Zeit! Vielmehr sagt man dann etwas bloss: "Seien Sie nicht überrascht, schon gar nicht irgend jemandem böse - so sind wir alle (von denen die vorgeben die Lösung zu haben) erzogen worden". So reiht sich eine Autorität an die andere, die vorhergehende, die nicht mehr sprechen kann, klein machend, um sich im gegenwärtigen Markt zu profilieren. Westliches Denken geht zurück auf die griechischen Philosophen. Von diesen Autoritäten, die vor 2400 Jahren lebten, statt von der Lebenswirklichkeit haben wir gelernt, alles Neue generell kritisch zu hinterfragend (Sokrates), die Wahrheitssuche ad absurdum zu führen, um auch dann nicht daran glauben zu können, dass wir sie gefunden haben (Platon), oder - dafür sind wir post- normal, ganz besonders begabt, nur kritisch-argumentativ (Aristoteles): Dem anderen zu beweisen, dass er sich irrt, ist wichtiger geworden, als seine Ideen auszutauschen und sie unvoreingenommen zu prüfen. | ||
| > Bitte senden Sie Ihr FEEDBACK an Dr. Peter Meier Version 28.12.07
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