Mit welcher Dynamik wir es zu tun haben

Siehe NZZ 25.11.2000 "Ist Bildung gestorben..."

Angesichts des Gegensatzes zwischen den Gesetzen der Macht und Gewalt und dem immer wieder verkündeten  Reich des Lebens und der Liebe, stellt sich die Frage, ob ich das bin, was andere von mir sagen oder eher das, was ich nur selbst vor mir weiss. Je nachdem beantworten wir die weiterführende Frage:

Was ist Bildung

Ihre Hüter beantworten das c3-natürlich mit Hinweisen auf die traditionelle Bildung in ihrer *3=Eigendynamik im Hinblick auf das, was c3, Km=kommunikativ multipliziert werden kann. Damit bringen sie die Km-Eigendynamik wie folgt ins Spiel, freilich ohne wirklich zu wissen, was sie damit wie Zauberlehrlinge in die Welt setzen. 

 

Die folgende Tabelle stellt dar, wohin der Km-Vektor für 1-9Km mit dem Km/Mobbing-Modell im Mob weist: 

 

Km-Vektor
9.

    erklärt die c3-Geschichte

86Km>der elitären Gesellschaft, welche >8Km.
7Elite..Exucutives.
6...Manager.

Benutzer

..
58Km1Km9KmIntellektuelle
4

Surfer

^ die Erde untertan macht <<3Km
3.1Km..8Km..6Km..
2

Techniker

Unterneher

Lehrer.
1....
1/4.92/6.93/18.14/10.45/18.16/6.97/98/10.49/15.3

 

Die mit 1Km<6Km>8Km begehrten Verbindlichkeit spricht 4.6% der Lebensprinzipien an und ermöglicht auf Grund der damit angesprochenen 6Km-Selbstverantwortung F6=Kontrolle über Km wie folgt eine vorbildliche

 

1. 168-Elitenbildung mit Bildung:

  1. Was als 1=Input Km=multiplizierbarer Kommunikation für möglichst viel inneres Wachstum ermöglicht: Wissen von Fakten, die jederzeit abrufbar sind, die Kenntnisse von der Philosophie über Literatur bis hin zu den Grundlagen von Physik und Biologie und der Zugang zu diesem von Subjektivität unabhängigen kulturellen Gedächtnis.

  2. Im Hinblick auf die 6Km-Selbstverantwortung genügt personen-neutrale Allgemeinbildung allein nicht, zusätzlich bedarf es der Fähigkeit, Sinnbezüge herzustellen.

  3. Um die notwendige 8Km-begehrten Verbindlichkeit der Menschen untereinander, die erst ein funktionierendes Kollektive ermöglicht zu erreichen, braucht es Ideale. Das humboldtsche Ideal, auf dem unsere Gymnasien beruhen, verlangt dafür das Erlernen der alten abendländischen Sprachen Griechisch und Latein: Die damit erstrebte Persönlichkeit entfaltet sich, so Humboldt, erst in der Begegnung mit der Antike und ihrer Sprache. 

Unter den heutigen Umständen aber dient diese Form der Bildung im besten Fall noch dazu zu lernen, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden. 

Einst angetreten, den Mangel an kultivierten Manieren zu ersetzen kompensiert Bildung heute die durch Arbeitsteilung hervorgerufenen Engstirnigkeiten und filtert den Informationsmüll im Internet.

Es gehört geradezu zum Wesen der Bildung, das Ungenügen des Zeitgeistes zu kompensieren - statt zu überwinden! Sie besetzt damit Stellen, die in der Regel mit alten Formen der sozialen Integration assoziiert werden und masst sich im Namen der Vernunft entsprechend subtil Macht an.  

 

Obwohl Wissen eine Rolle spielte, ist Bildung auch eine an Manieren orientierte Verhaltenskultur, in der die Tugenden der Kommunikation wie Verbindlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtnahme, Takt, Esprit und Witz, folgende Transformationen bewirken: 

                                                           

Das 1Km-innere Wachstum < von 4.9% bewirkt via deren 6Km- Selbstverantwortung > 8Km-Verbindlichkeit in der von ihnen als Elite geführten Gesellschaft

 

Für die restlichen 95.1% der von der Elite Geführten kann beim Fehlen der mit der Verbindlichkeit der Eilte angestrebten Kultur diese durch «Bildung» bis hin zur Spezialisierung kompensiert werden.

 

Beginnen wir bei den 10.5% Managern, welche die Richtlinien der 4.6% der Elite umsetzen. Stellen Sie sich dabei die von den Philosophen angeleiteten Theologen mit ihrer Entourage der die Kirche ausmachenden Amts- und Würdenträger vor und den analogen Strukturen in Militär, Politik und Wirtschaft vor: Dieser 15.1% Führungsschicht obliegt es wie folgt hierarchisch für die Attraktivität des damit etablierten c3-Systems zu sorgen:

 


 

Der 8Km<8Km>8Km Ist-Zustand ergibt sich aus dem bisher durch Bildung geweckten 8K-Begehren, so entstand die Umweltverschmutzung aus dem Begehren nach Mobilität. Damit muss < die   4.6+10.5=15.1% Führungsschicht via 8Km, d.h. die F8=notwendige m=Multiplikation einer entsprechend motivierenden K=Kommunikation durch Executives in Predigt, Politik, den Medien und der Werbung > als Soll-Zustand die 8Km-Attraktivität des c3-Systems erhaltend, das 84.9% davon betroffenen Volk mit Infotainment bei der Stange halten.


Mit dem Vorwand der sich +2=sich GUT gebende

2. Die 888-Fortsetzung

protestantischer Weltfrömmigkeit mit c3-Technologie

mit anderen Mitteln schuf die 15.1%-Führungsschicht (in Klöster, nach der Erfindung des Buchdrucks in Universitäten, heute mit Werbung) dabei das so genannte semantisches (Magnet) Feld, in dem die c3-Eigendynamik

bullet

Innerlichkeit gegen Kommunikation, 

bullet

Authentizität gegen Oberflächlichkeit und 

bullet

Kultur gegen Zivilisation

ausgespielt und für die Ausstattung der nationalen Identität bis hin zur Corporate Identity in Anspruch nimmt.

 

Wegen dieser Wendung der 15.1% gegen das tatsächliche Verhalten, d.h. das der  schweigenden Mehrheit von 84.9%   fand Bildung keinen Sitz im Leben, d.h. in der %1=politischen Korrektheit. Die Bildung, die also angetreten war, %1 zu bestimmen, muss sich mit 15.1% begnügen, doch das tut sie nicht. Stattdessen macht sie aus der Not dieses Paradoxon wie folgt eine Tugend; sie hilft mit %5=Manipulation und %6=Projektion (beginnend mit der Kirchenkunst und der Inquisition, bis hin zu den heutigen Medien), d.h. mit dem infantile %6(%1)*3-Vorgehen der Schwarzkunst nach...  

 

Deshalb ging sie mit dem Bildungsbürgertum vor dem *3-Totalitarismus des 20. Jahrhunderts in die Knie. Seit 1968 blieb sie auf dieses Versagen %6-fixiert und ist seitdem, im Postmodernismus beliebig gespenstisch geworden. Zu bannen ist das Gespenst nur durch eine Neubegründung unseres kulturellen Gedächtnisses, das sich nicht bloss an dieser Erfahrung orientiert, sondern diese C3 §-transzendiert.

Der C3-Kern dazu müsste man in den westlichen Demokratien entwickeln können. Doch die Idee der Zivilität, die sich an Verhaltenskultur, Fairness, Manieren, Kommunikationsregeln und - in der Politik - an demokratischen Verfahren und der Zivilreligion der Menschenrechte ausrichtet, weist in eine andere, die c3-Richtung. Dies zu jeden Preis, wie die Klimakonferenz 2000 gezeigt hat; die damit bewirkte Verzögerung ist eine Katastrophe für die Umwelt!

Zur Begründung der eigenen Identität müssten wir, sagen die c3-Intellektuellen, die Geschichte der kulturellen Erfindungen, die all das möglich gemacht haben, zu unserer eigenen Vorgeschichte machen. Dazu gehört das Verständnis dafür, wie voraussetzungsvoll und unwahrscheinlich diese Zivilisation ist; das ist die Absage an die C3-Wirklichkeit, mit der im Jahre 2000 das nach-christliche Zeitalter eingeläutet wird!

Nach der Entzauberung und Versachlichung der Welt durch die Aufklärung und die Technik der Moderne, wie sie nur im C3-christlichen Abendland möglich war, waren Kunst und Literatur die Agenturen einer kompensatorischen Wiederverzauberung, bis hin zum Drogenrausch und der virtuellen Realität.

Das Bildungskonzept ist eurozentrisch: Denn nur in Europa wurden die kulturellen Erfindungen gemacht, die die Moderne begründet und die Welt europäisiert haben, wie Staat und rationale Verwaltung, demokratische Machtkontrolle, moderne Wissenschaft, industrielle Produktion, monetäre Wirtschaft und intime "Big Brother" Gefühlskultur.


 

Die 9Km<3Km>4Km Bedrohung der Kultur und damit des mit Bildung getarnten c3-Systems verlangt nach 9Km-Grosszügigkeit dem System ergebenen c3-Intellektuellen. Diese 14.5% versuchen damit z.B. mit sozialen Netzen, letztlich auf Kosten der Substanz die < aufkommenden 3Km-Frustation, die eigentlich nach einer grundsätzlichen Veränderung drängt > in einer von ihnen c3-beherrschbaren Richtung zum 4Km-Ausbruch zu verhelfen. Nietzsche, Marx, Freud, Jung et.al. lassen höflich grüssen...

Damit auch das –4=Schlechte, Negative und Böse bei der Geschichtsbewältigung nicht zu kurz kommt spielt der

3. Der 934-Roman

unter den literarischen Genres eine Sonderrolle, weil er als einzige Kommunikationsform den direkten Zugang zum subjektiven Erleben eines anderen Menschen (nicht sich selbst, deshalb nur fiktional) eröffnet. 

 

Er kompensiert damit die Teilung der Gesellschaft in öffentliche und private Bereiche der Kommunikation, indem der Roman und über das "Big Brother House" die Medien selbst zur öffentlichen Form intimer Kommunikation werden. Damit wird C3 mit c3 verwässerbar.... 

 

Damit wurde der Roman zur Schule der Empathie und suggeriert, in das zentrale Mysterium intimer Kommunikation, der Liebe einzuführen. Damit ist der Esoterik als Vorbereitung für die postmoderne Beliebigkeit, Tür und Tor geöffnet. Jetzt wo diese herrscht, kann der Moor aus dem öffentlichen Bewusstsein gehen; er hat seine Schuldigkeit getan.
 

Darüber hinaus kommt dem Roman noch ein besonderer Bildungswert zu, weil seine Erzählorganisation von anderen c3-Produktionsstätten der "Sinnbildung" kopiert wird. Daraus entstehen dann Vorurteile, Klischees bis hin zu so genannten kollektiven c3-Archetypen, den Alphabet der %1=politischen Korrektheit mit den den ein Hitler %1 an die Macht kam...

 

Der Trick des Romans, die Perspektive des überlegenen Rückblicks aufzugeben und sich stattdessen mit der Erlebnisgegenwart des Helden gleichzeitig zu machen, wurde in der Geschichtsschreibung zur Anweisung, jede Zeit aus sich heraus zu verstehen. So gelang es der 4.6% Elite, mit Hilfe der 10.5% Manager die 14.5% der Intellektuellen vor ihren Karren zu spannen: Diese 29.6% der c3-Gebildeteten macht sich dann daran, sich die Erde untertan zu machen und das führte bekanntlich zu all den Erfolgen und Schrecken des 19. und 20. Jahrhunderts...

 


 

Die 4Km<1Km>5Km Anforderungen der c3-Einstellung zum Leben ergeben sich daraus, angesichts des 4Km-Ausbruchs der neuen Ordnung < mit 1Km-innerem Wachstum > das zu unternehmen, was wieder zum c3-System 5Km-inneren Frieden führt. Damit ist das 10.5% starke mittlere Management gefordert, im Hinblick auf den Share Holder Value der oben erwähnten  29.6% die eine c3-Machtposition haben , c3-Rücksicht auf die verbleibenden 70.4% Kunden im Markt und Mitarbeiter im Unternehmen zu nehmen. Die Bildung, die sie brauchen hat mit Team- und Kommunikationsfähigkeit zu tun...

 

Wer sich zu den drei c3-Tabus bekennt, kann "dank" dem Metaphertabu 

4. Die 415-postmoderne Beliebigkeit

verkraften und als Angestellter, Offizier, Manager das von 4Km verlangte mit 5Km unternehmerisch umsetzen. Wege des Egotabus muss die Führungsebene keine Angst vor einem das System bedrohenden Machtmissbrauch und wegen der Erzähltabus keine vor einer Aufhetzung der 59.9% Restmasse haben, wenn die Systemdiener vor lauter Anwendung des Verfügungswissens den Stress im Kopf nicht mehr  aushalten. Den Leib weiss man ja mit Abfindungen zu befriedigen...

 

Die Differenz zur %1=politisch korrekten Interpretation der Realität kann dann als Dialektik von Widersprüchen oder als Anlass für Fehler zu einer Stufenfolge progressiver Selbstkorrekturen vervielfacht werden, bis das jeweilige Subjekt im Rückblick schliesslich die menschliche Irrtumsgeschichte als notwendige Vorgeschichte des Hier und Jetzt begreift; persönlich und kollektiv...

 

Bezogen auf die Geschichte, wurde dieses %5=manipulative Vorgehen der Geschichtsphilosophie zur Mutter aller Ideologien,  Bezogen auf das Individuum, wurde der Bildungsroman zum Vater des Bildungskonzepts selbst.

 


 

Die 7Km<6Km>3Km die Mehrheit ansprechende Form, auf die man somit das Zusammenleben reduziert hat verlangt nach den 8.5% Erzieher, Lehrer und Richter aller Art gefordert, welche die verbleibenden 51.4% der Menschen möglichst klar und unmissverständnlich auf die von ihnen repräsentierte, 48.6% gebildete Mehrheit ausrichten.  

Bei ihrer Entstehung wurde der Bildung die %6=projektive Aufgabe zugewiesen,

5. Die gesellschaftliche Arbeitsteilung

durch einen Grundstock von allen gemeinsamen Beständen an Wissen zu kompensieren. Das ist inzwischen noch dringlicher geworden. Da mit der fortschreitenden sozialen Differenzierung und Fragmentierung sucht sich die

Logik der Teilsysteme

immer mehr durchsetzt - etwa die Logik der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft usw. und bedürfen damit zur Verständigung zwischen den Teilsystemen gemeinsamer Wissensbestände, von denen aus man die Partiallogiken auf Distanz halten kann. Was passiert, wenn das nicht mehr geschieht, hat sich an den

Totalitarismen

gezeigt: Da hatte sich die Logik einer Verwaltung, z.B. die der Kapitalisten, der Kommunisten, oder der Nazis oder  jeweils verselbständigt.


 

Der verbliebene 2Km<1Km>3Km Esprit der 6.6% Techniker stellt die F2=Produktivität sicher, die mit F1=Innovation  zur globalen F3=Marktdurchdringung mit menschgemachten Produkten führen. Die noch verbliebene 2Km-Schuldzuweiung < auf Grund 1Km-innerer Entwicklungen der Menschen > wir so an technischen Sachzwängen systemdienlich 3Km-frustriert

 

Mit der technisch möglichen Kompensation der Individualisierung muss der Einzelne die widersprüchlichsten Rollen spielen. Dabei wird sein

6. Ich unsichtbar

und zeigt sich nur noch in dem Stil, in dem es die verschiedenen Rollen zu einem persönlichen Repertoire integriert so verschwindet das Individuum in der allgemeinen Bedeutungslosigkeit. So kann, wer das Leben behindert, sich auf Belanglosigkeit und Beliebigkeit sich berufen, sofern ihn noch jemand zu irgend einer Ordnung zu rufen sich getraut...

 

Individualisierung bedeutet dann, dass die Form der Integration nicht mehr vorgeschrieben, sondern von der wirtschaftlichen Form her gesellschaftlich freigegeben ist. Als Schlüssel zu einem erweiterten Stilrepertoire hilft Bildung, die Individualisierung zu kompensieren. Und so gilt: Je höher der

Selbstentfremdungsgrad durch Bildung,

desto grösser die soziale Integration.

 

Die neueren Kompensationsaufgaben der Bildung haben mit der Erfindung der neuen

Medien- und Kommunikationstechnologien

zu tun. Wenn deren Wirkung auch noch gar nicht absehbar ist, wird sie sicher tiefgreifend sein.

 

Die bisherige Bildung ist weitgehend an die Schrift gebunden, die ihrerseits selbst die

Abwesenheit der Kommunizierenden

kompensiert. In der mündlichen Kommunikation ist die Botschaft mit ihrer dramatischen Präsentation - also Gesten, Stimme, Körpersprache - unauflöslich verschmolzen. Erst die Verwandlung in Schrift macht überhaupt erfahrbar, was dabei identisch bleibt:  der %1 korrekte Sinn . Der unmittelbare Appeal der mündlichen Rede wird dabei durch Konzentration auf ein Thema, logischen Aufbau und grössere darstellerische Kohärenz ersetzt. Erst Schrift hat Sprache fixiert, kontrollierbar gemacht und am

 

Regelsystem der Gewohnheitssprache

orientiert. Und erst dadurch kann man über Linearisierung der Abfolge von Subjekt, Prädikat, Objekt die logische Ordnung des Gedankens auf die Sequenz der Satzteile abbilden. Die Entkoppelung von Mitteilung und Verstehen wird kompensiert durch die Versteifung der Texte zu «Sinnwelten» mit der Folge,  dass

Buchreligionen

grosse Erzählungen und

weltumfassende Sinnentwürfe

entstehen. Demgegenüber sind Computer und Bildschirm mit einem anderen kognitiven Modell verknüpft: Da das Interface Bilder, Animation, Grafiken, Tabellen und Schrift kombiniert, wird die Linearisierung der Schrift durch eine

multimediale, an mehreren Kanälen orientierte Wahrnehmung

abgelöst. Ein Computer ist ein Technik gewordener Algorithmus; eine Metapher, die man nun auf das Leben überträgt. Damit wird eine an Sinnverstehen orientierte Realitätskonstruktion zunehmend durch ein operatives, prozedurales Verständnis von Realität bis hin zur
virtuellen Realität

ersetzt. Die Buchkultur hat mit dem (in der Bibel göttlichen, später autoritäten bzw. mit %1 global mächtigen) Autor die Vorstellung von autoritätsgesichertem, geordnetem Wissen verbunden.

 

Das Internet dagegen ist ein Kaufhaus, in dem Informationen

beliebig gestapelt

werden, und daraus kann sich dann jeder voraussetzungslos anhand seiner individuellen Shopping-Liste bedienen. Die Informationen sind für jedermann zugänglich und verknüpfungsneutral. Es besteht kein Anschluss- und damit kein Bildungszwang mehr in die eine oder andere Richtung. Doch dank der 6.6% Techniker sind jetzt 55.1% der Lebensprinzipien umgangssprachlich und technisch (bis hin zum Handy) erfasst:

 

Zur Aufgabe der Bildung in diesem Szenario
gehört es deshalb, die
 
wegen des technisch notwendigen Reengineering notwendige Unstrukturiertheit und Beliebigkeit 
der Informationen durch %1=politisch korrekte Interpretationsstrukturen (Expertsysteme, Benchmark)
und das Überangebot an Daten durch
Filterprogramme (Data Mining etc.) zu kompensieren, die %5=manipulativ,
und %6=im Trend erfolgsversprechend
Wesentliches von Unwesentlichem scheiden.

Die US-Präsidentschaftswahlen 2000 verdeutlichen, auf was es noch ankommt...

 


 

Wenn die Menschen so 6Km<9Km>5Km auch noch technisch über-zeugt sind, bleibt ihre c3(* +2 –4 %1 %5 %6) Welt in sich geschlossen und man könnte zur Tagesordnung weiter gehen. Doch seit dem Beginn der Moderne veraltet Wissen immer schneller.

Es bildet im Wechsel der Generationen nur noch den

7. Anlass für seine eigene Ablehnung.

Die 6.6% fremdbestimmte Benutzer lernen, um (sich und das alte Standardprogramm) zu verlernen und damit sind insgesamt 61.8% betroffen. Diese vermögen von sich selbst  %5-manipuliert am Schluss, in der 51.4%/48.6% Blockierung der Km-Entscheidungsprozesse nicht einmal mehr einen zur %6=Projektion fähigen Präsidenten zu wählen. Und das verschärft sich weiter; nicht nur Individuen werden als Entitäten irrelevant, sondern ganze Kulturen und angesichts der globalen Wirtschaft die Politik. Soweit die Gesellschaft von zukünftigem Wissen abhängt, das wir noch nicht kennen, wird die

Zukunft immer ungewisser

weil immer weniger prognostizierbarer. Das verbietet es geradezu, aktuelles Wissen, wie das um Ihr Wesen in den Mittelpunkt der Bildung zu rücken. Stattdessen wird die Bildung das schnelle Veralten durch ein Wissen zu kompensieren haben, das zu

Überraschungs-Management

und zu Schockabsorption befähigt: Gemäss %1-Interpretation braucht es dazu ein Wissen, das widerspruchstolerant und paradoxieempfindlich den Umgang mit offenen Möglichkeiten ermöglicht, Fehler für Lernfähigkeit ausnutzt und mit (beliebig) vielen verschiedenen Wissensbeständen kompatibel ist. Nachdem es mit %1 schon den bezug zur Wirklichkeit verloren hatte, verliert es zunehmend auch jeden zur Realität und wird blosses Mittel zur %5=Manipulation mit des "Kaisers neuen Kleider". 

Wem die kompensatorische Rolle der Bildung Unbehagen verursacht, dem versichern jetzt Intellektuelle c3-ungeniert: Auch

Gott begann als grosser Kompensator.

Als den MENSCHen die Veränderlichkeit der Dinge über den Kopf wuchs, versetzte ER Gott ins Jenseits, damit es wenigstens einen gab, der dem Wandel entzogen blieb. So konnte Gott aus dem Jenseits die Welt als dieselbe beobachten. Das befähigte ihn dazu, die riesigen Provinzen des Unbekannten für den Menschen durch

eine Paradoxie zugänglich

zu machen: Er wurde als allwissend gedacht, blieb aber selbst unsichtbar. Das lässt eine unbekannte Welt im Prinzip als in der Bildung gewusst und damit letztlich virtuell erscheinen.

so etwa sieht es Dietrich Schwanitz, bis 1997 tätig als Professor für englische Literatur an der Universität Hamburg, ist Autor von Romanen und Sachbüchern gemäss NZZ vom 25.11.2000....


 

Mit 3Km<8Km>5Km kommen noch 19.1% Surfer hinzu. Im 3Km-Frust dieser Zeit < ersetzt die blosse 8Km-Begehrlichkeit > die 5Km-innere Stille und damit sind 80.9% der c3-MOS Menschen

8. Im Takt des Zeitgeistes:

Ist die Bildung und damit die Voraussetzung für eine c3-personen-neutrale %-Welt am Ende des Lateins?

Eine Renaissance könnte, wie beim Latein dann einsetzen, wenn eine Neue Bildung zur Sprache der Eliten wird und damit entsprechende Chancen auf dem Arbeitsmarkt verspricht, denn diese gibt den Takt an...

 

Inzwischen rutscht Bildung wie das Latein vom Zwang- zum Wahlfach einer %1-Gewöhnungs- Gesellschaft; das ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel.

Auch ohne die Konkurrenz zum Englisch verliert das Latein schnell und stetig an Boden, genauso, wie auch ohne Internet und Handy den Menschen das langfristige Denken abhanden kommt. Einzig die Klosterschulen haben die Notbremse gezogen, weil sie für die Geisteswissenschaften die Not wenden wollen - nicht etwas für die Lebenserfüllung ihrer Zöglinge....

 

Und warum wird z.B. Latein dann aufgegeben, wenn nach zwei Jahren obligatorischem Büffeln der Grundlagen eigentlich die interessante Phase dieses Unterrichts beginnt? Über diese Fragen zerbrechen sich Rektoren und Lateinlehrer gegenwärtig die Köpfe. 

 

Tatsächlich hat wohl kaum ein Schulfach seinen Unterricht so radikal umgekrempelt und modernisiert wie das Latein - nicht zuletzt unter dem «heilsamen Druck des Untergangs». Doch die Geschichte beweist genug, dass Leiden, und grösseres als das, was wir seit der Kreuzigung Jesus Christus kennen, kann man sich gar nicht vorstellen, die

Menschheit
eigentlich nichts aus der Geschichte hat lernen lassen.
Noch immer muss die mehr oder weniger gleiche Sprache  gelernt werden, die in sich

gar keine solche kollektive Lehre zulässt
auch wenn längst stures Grammatikbüffeln nicht mehr im Zentrum des Unterrichts steht. Die Vermittlung der Kulturgeschichte der Antike, sprachtheoretische Reflexionen zu Struktur und c3-Geschichtlichkeit von Sprachen überhaupt, präzises Übersetzen ins Deutsche und natürlich die Diskussion und Interpretation von klassischen Texten gehörten zum Hauptanliegen der traditionellen Bildung. Heute lässt man dagegen die Sprache, als das

Betriebssystem der Menschheit
einfach an der Beliebigkeit und am Trend verkommen. Der Unterricht steht heute ganz

im Dienste der Kommunikation
und das Analysieren von Sprache und Text überlässt mach Suchmaschinen. Entgegen dem Klischee sind Altphilologen alles andere als altmodisch in Sachen Informationstechnologie; nur, neben der inhaltsleeren Informatik haben sie mit ihrem personen-neutralen Ansatz an Bedeutung verloren, wie etwa die Zehn Gebote angesichts des

Goldene Kalbes.

Und genau an diesem Problem steht die Menschheit noch immer an! Woher also der Überdruss an der Möglichkeit des erfüllten Lebens?

 

Die Frontkämpfer, die erleben müssen, wie selbst gute, engagierte Schüler ihrem Fach davonlaufen, sehen im Latein ein Opfer des Zeitgeistes. «Danke, es war schön, hat mir gut gefallen – aber

es reicht»,

bekommt man mehr und mehr bei allem was Sinn macht zu hören. Man glaubt, sobald man über ein Fach %1=politisch korrekt reden kann, es zu kennen, und will etwas Neues, bzw. ein neuer Adrenalin Kick

 

Eine «Surf-Haltung»

nennt man dies; es ist die Km-Falle, «ein ständiger Neuanfang, um den Schwierigkeiten auszuweichen». «Es ist menschlich, dass man abwählt, was anstrengend ist», sagt z.B. ein Verfechter der klassischen Bildung, der Lateinlehrer Theo Wirth! Na bitte, wenn er diese personen-neutrale Menschlichkeit lehrt, soll er sich nicht wundern! Doch natürlich ist es kein Zufall, dass immer mehr allem, nicht nur dem Latein, das nicht * +2/-4 form- und %-verbreitungsgebend ist, 

 

die Daseinsberechtigung %5 abgesprochen  

wird. So fällt es eben leicht, dem Menschen, die Berechtigung zur Lebenserfüllung im Interesse der Erhaltung des ins Chaos abgleitenden Systems abzusprechen...

 

...bekanntlich wählen nur die dümmsten Kälber ihre Metzger selber... 


 

Mit 5Km<8Km>3Km schliessen die verbleibenden 18.1% Unternehmer den Kreis der menschgemachten Hölle immer wieder. In der 5Km-inneren Stille des Gewissens der Mehrheit < nützen sie das noch nicht thematisierte 8Km-Begehren > und versprechen den 3Km-Frust mit ihrer Vision, bzw. mit einer neuen Mode, 

 

9. mit einem Trendwandel

zu überwinden.

 

Seit der Postmoderne spielt es eine Rolle, dass z.B. Latein, das als tote Sprache ein Bildungsideal %6 verkörpert, seinen Wert nie mit materiellem Nutzen, sondern allein mit dem Zugang zur abendländischen Tradition und Kultur begründet hat. Erstaunlich lange hat dieses mit %6=projizierte Bildungsideal allen Anfechtungen des Laufbahn-Utilitarismus und der Rationalisierung getrotzt - unter dem %6-Angriff der Ökonomisierung und Globalisierung scheint es nun zusammenzubrechen: Der «Lateinknick» ist mehr als ein Indikator dafür, wie sehr sich nicht nur der Bildungsbegriff gewandelt hat.

 

Es ist die  Konsequenz  dafür, dass wir es (noch) nicht geschaffen haben, persönlich relevant über Bildung mit der persönlichen Lebenserfüllung mit der C3-Wissenschat#3 hinaus zu gehen. Und an dem haben die Systempriester#2 eben gar kein Interesse, lieber mausern sie sich zu Postmodernisten und meditieren über das Chaos!

 

Überwintern bis zur nächsten Renaissance, lautet die Devise, derer die noch zu wissen meinen, was sie tun. Inzwischen träumen sie von der leistungsfähigen und hochmotivierte Elite, die sie mit ihren „schwierigen Fächern“ anzuziehen hoffen. Altphilologen, die solche sich selbst erfüllenden Prophezeiungen auf die Werbung übertragen können, werden heutzutage von der Wirtschaft gierig aufgesogen. 

 

Im Unterschied zu gewissen Bildungspolitikern, die unablässig für Modernisierung plädieren, scheint gerade die Wirtschaft den Wert des anspruchsvoll gebildeten Generalisten längst erkannt zu haben, meint deshalb Kathrin Meier-Rust ist Journalistin in Zürich. Sie verfügt über einen Maturaabschluss Typ A (Altgriechisch und Latein)...

Nicht nur c3-Altphilologen stimmt diese Entwicklung traurig: «Es ist, als ob ich einen Saal voller wunderschöner Bilder habe», sagt der Altsprachenlehrer Heinz Schmitz. «Aber der Saal liegt im 8. Stock (C3), es hat keinen Lift, und niemand will die Anstrengung unternehmen, die Treppe hochzusteigen.»


Schlussbemerkung

Die C3-Welt ist nicht für irgendjemand Personenneutralem und schon gar nicht für Niemand, also etwas Inhaltsleerem bestimmt. Dafür ist nach gängigem Sprachgebrauch die Hölle, pardon, das Nirwana im Untergeschoss zuständig. 

Der Eintritt in die C3-Welt erfordert mehr als egoistischer Eigensinn, hedonistisches Trendsurfen, und c3-intellektuelles %-Gelaber; es geht darum, sein c3-MOS mit einem C3-MOS Mentalbetriebssystem zu deregulieren und sich und die Umwelt damit für die Lebenserfüllung möglichst vieler zu revitalisieren. 

Dazu taugt offensichtlich die Bildung an der Vergangenheit genau so wenig die das Surfen in der Gegenwart. Vielmehr geht es um das, was schon immer ein Weg in die Zukunft gewiesen hat, auf dem man in Wahrheit, wie C3-vorgesehen, sein Leben erfüllen kann. Wenn Sie darin ein Stolperstein sehen, ziehen Sie in Betracht, dass es Ihren  Eckstein für Ihre Lebenserfüllung sein könnte...

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