Bringt nur noch Stress die Prämissen und Absichten der Menschen hervor? Doch mit welchem Wirklichkeitsverständnis werden sie dann von anderen ausgelegt? Welche Verständigung über eine gemeinsam relevante Wirklichkeit löst das aus? Existiert die Wahrheit unabhängig von deren Ausdruck oder wird sie von der Ausdrucksform verdeckt oder erst vom Text bei der Auslegung erzeugt? Gibt es dann dafür Regeln, aufgrund derer falsche Auslegungen entlarvt werden können? Oder soll man sich gar nicht mehr um richtig oder falsch bemühen, weil man damit eh nicht mehr ankommt?
Je länger wir mit der Umkehr warten, desto stärker sind wir dazu aufgefordert, doch je schwieriger fällt es uns, den Return on die bis dahin getätigten Investments loszulassen... Postmoderne überspringen alles, was r=reaktiv und G=gegen ihre Beliebigkeit ist; sie setzen einfach auf den Wandel. Im Hinblick auf ihre Positionen gehen Sie von dessen Nachhaltigkeit aus und wähnen sich damit grundsätzlich. So gerechtfertigt, kümmern sich nicht um die provozierten Abneigungen und leben effektive damit nur ihren Schatten... „Wissen, das nicht geteilt wird, verwandelt sich in Erniedrigung für jene, die davon ausgeschlossen bleiben“, mahnte Bundesrätin Ruth Dreifuss in ihrer Ansprache vor über 100 Gästen im Collegium Helveticum anlässlich dessen fünfjährigem Jubiläum w=trendwandlerisch. Sie verschweigt das Wissen, dessen Verbreitung pre-trans-trapt wird, und Problemlösungen unerträglich hinausschiebt. Phänomene wie der grosse Erfolg extremer Rechtsparteien in Europa könnten als Folge dieser gefährlichen Zweiteilung gesehen werden. Nachdem Sie sich so von der r=reaktiven G=Opositon distanziert, und damit die Verantwortung für die Integration des von dort kommende pre-/trans Wissen verdrängt hat, fährt sie im T=Trends fort: „Die intellektuelle Moderne, basierend auf Wissen, Forschung und Kultur, ist in der Gesellschaft nur in der Minderheit“, und positioniert sich dann mit der Aussage, die Wissenschaft trage eine hohe Verantwortung als sozialer Integrationsfaktor: Mit diesem postmodernen w,T-Sprung, dem Non-Sequitur der Schwarzkunst, hat man es nicht nur am Collegium Helveticum geschafft, darüber redend, sich ihr zu entziehen!
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